Zur Lesung der Autorin und Ärztin Dr. med. Judith Bildau aus ihrem neuen Buch „Body in Balance“ sind zahlreiche Frauen ins Haus der Begegnung in Bad Vilbel gekommen, um sich über die Themen Wechseljahre und Perimenopause zu informieren.
Eingeladen hatten die Landtagsabgeordnete und gesundheitspolitische Sprecherin Kathrin Anders gemeinsam mit den Grünen Bad Vilbel – mit großem Erfolg: Kein Platz blieb unbesetzt. Im Anschluss an die Lesung wurde unter dem Titel „Warum Frauengesundheit politisch ist“lebhaft diskutiert und persönliche Erfahrungen wurden ausgetauscht.
Die aus Gießen stammende Gynäkologin Judith Bildau klärt seit Jahren in ihrer Praxis, auf Social Media sowie durch ihre Bücher über Wechseljahre und Perimenopause auf. Denn noch immer besteht in diesem Bereich großer Aufklärungsbedarf. Nicht nur viele betroffene Frauen, sondern auch zahlreiche Ärztinnen und Ärzte sind bislang unzureichend über Beschwerden und Behandlungsmöglichkeiten informiert.
Auch politisch war das Thema Frauengesundheit lange unterrepräsentiert, zudem wurde über Jahre hinweg zu wenig Geld in die Forschung investiert. Zwar hat Bundesforschungsministerin Dorothea Bär (CSU) inzwischen einen Fördertopf in Höhe von zehn Millionen Euro ausgeschrieben, um Forschungsprojekte anzustoßen – doch diese Mittel werden schnell ausgeschöpft sein.
Autorin Dr. med. Judith Bildau liest aus ihrem neuen Buch "Body in Balance"In Hessen stellt sich die Situation besonders problematisch dar: Bisher wurde die Frauen- und Geschlechterforschung an hessischen Universitäten durch ein eigenes Förderprogramm des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst unterstützt. Dieses Programm wird in diesem Jahr eingestellt, die Mittel sind künftig nicht mehr zweckgebunden für die Geschlechterforschung vorgesehen. Angesichts der angespannten finanziellen Lage der Hochschulen infolge des neuen Hochschulpakts ist zu befürchten, dass diese Gelder künftig anderweitig verwendet werden.
„Der Umbau der Förderstrukturen ist ein schlechtes Zeichen für die Gesundheitsforschung in Hessen. Statt ideologisch motivierter Entscheidungen braucht es faktenbasierte Politik. Geschlechterforschung hilft allen Bürgerinnen und Bürgern und Patientinnen und Patienten in Hessen und macht unsere Gesundheitsversorgung besser und effizienter“, so Kathrin Anders.
Volles Haus für Veranstaltung mit Dr. Judith Bildau: Kein Platz blieb unbesetzt