Sachverständigenanhörung im Corona Untersuchungsausschuss
“Für uns hat der Ausschuss das Ziel, Hessen auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse für künftige Ereignisse wie Pandemien noch besser aufzustellen. In der zweiten Anhörung kamen heute vor allem Mediziner, speziell Virologen wie Dr. Hendrik Streeck, zu Wort. Mit Blick auf den damaligen Kenntnisstand habe es keine perfekte Lösung gegeben, so Streeck. Man könne nicht von einer Infektion wie Influenza auf Corona schließen und vergleichen, weil jede Infektion anders sei. Das Virus sei nicht einzuordnen, in keiner Weise bekannt und die Sterblichkeit nicht vorhersehbar gewesen. Man habe das Gesundheitssystem vor dem Zusammenbruch schützen müssen. Die Quarantäne-Maßnahmen hätten es im ersten Schritt geschafft, die Ausbreitung des Virus einzudämmen und seien damit aus virologischer Sicht richtig gewesen. Dem Robert-Koch-Institut müsse künftig die Befugnis erteilt werden, aus allen Bundesländern Daten zu sammeln.
Es ist von zentraler Bedeutung, dass wir vor allem die virologischen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Grundlagen der Maßnahmen sowie deren Umsetzung während der Pandemie näher betrachtet haben. Zentrale Fragen waren deshalb: Waren die Maßnahmen aus virologischer Sicht geeignet, und erforderlich, um die Bevölkerung vor einem tödlichen Virus zu schützen? Waren die aus früheren Infektionslagen gewonnenen Erkenntnisse für einen Vergleich geeignet und hätten berücksichtigt werden müssen? Wurden die einzelnen Belange der hessischen Bevölkerung zielführend berücksichtigt? Hat die Landesregierung nach damaligem belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnisstand rechtzeitig die notwendigen Maßnahmen getroffen zum Schutz der Bevölkerung und wurden sie regelmäßig bewertet und angepasst? Gab es Alternativen? Wenn ja, wie hätte deren konkrete Umsetzung aus virologischer Sicht ausgesehen und in Hessen implementiert werden müssen?“