Die Antwort der hessischen Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der GRÜNEN Landtagsfraktion zeigt deutlich: Der Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt ist auch im Wetteraukreis unzureichend. Allein im Jahr 2024 wurden hier 37 Mal Frauen und 100 Mal Kinder abgewiesen, weil die Frauenhäuser über keine freien Plätze verfügten. Damit bleibt vielen Betroffenen in akuten Notsituationen der notwendige Schutz verwehrt.
„Frauen suchen Schutz in Frauenhäusern, wenn sie körperliche und/oder psychische Gewalt erfahren oder die Gefahr dessen sehr hoch ist“, betont Kathrin Anders, Sprecherin für Kinderschutz der grünen Fraktion im hessischen Landtag. „Jede Abweisung von Frauen und Kindern bedeutet deshalb, dass sie potenziell länger in einer Situation bleiben müssen, die ihre Gesundheit oder sogar ihr Leben gefährdet.“, führt Anders fort.
Landesweit kam es in Hessen im Jahr 2024 zu insgesamt 1.725 Abweisungen von Frauen und 1.394 Abweisungen von Kindern aufgrund fehlender Kapazitäten. Trotzdem verweist die Landesregierung lediglich auf eine noch laufende Bedarfsanalyse im Rahmen des Gewalthilfegesetzes. Konkrete Ausbauprogramme bleiben aus. Besonders widersprüchlich ist der Blick in den Landeshaushalt: Für 2026 sind keine Mittel für neue Investitionsprojekte im Bereich der Frauenhäuser vorgesehen. Stattdessen wurde der entsprechende Fördertopf um 1,1 Millionen Euro gekürzt – trotz der offensichtlichen Engpässe in Hessen.
Kathrin Anders: „Wir GRÜNEN fordern ein flächendeckendes, barrierefreies Netzwerk an Schutz- und Beratungsangeboten, das von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder wirksam schützt. Die Landesregierung muss die Bedarfsanalyse zügig abschließen und schon jetzt konkrete Ausbauprogramme für Frauenhäuser und Beratungsstellen auf den Weg bringen.“
Die vollständige Antwort der Landesregierung auf die Anfrage der GRÜNEN im Hessischen Landtag mit allen regionalen Zahlen ist abrufbar unter: https://t1p.de/peejm.