Landtagsabgeordnete Kathrin Anders besucht Forschungsprojekt an UKGM
Während 90% aller COVID-Infektionen folgenlos abheilen, kämpfen rund 20 Millionen Menschen in Europa auch nach der Infektion noch mit Komplikationen. Sogenannte Post-Covid Patienten müssen erhebliche Einschränkungen der Lebensqualität bis hin zur Berufsunfähigkeit in Kauf nehmen. Am Uniklinikum in Marburg startet nun ein Forschungsprojekt, das die Versorgung dieser Patienten verbessern möchte. „Spätestens die Pandemie hat deutlich gemacht, dass wir Veränderung in unserem Gesundheitssystem brauchen.“, so Anders. „Das Projekt ist ein innovativer Ansatz, wie dies gelingen könnte.“. Gemeinsam mit Marburgs Bürgermeisterin Nadine Bernshausen und dem Vorsitzenden der Kreistagsfraktion der Grünen, Michael Meinel, besuchte sie Projektleiter Prof. Dr. Bernhard Schieffer und Oberärztin Prof. Dr. med. Birgit Markus, um sich über das Projekt zu informieren.
Während der Pandemie hat die Kardiologie des Universitätsklinikums Gießen Marburg (UKGM) eine Spezialsprechstunde für Post-Covid Patienten eingerichtet. Jedoch ist der Bedarf erheblich größer als die vorhandenen Kapazitäten: Derzeit warten rund 3.000 Patienten jeweils bis zu einem Jahr auf einen Termin. Um die Wartezeit für die Patientinnen und Patienten zu verkürzen, arbeitet die Marburger Philipps-Universität gemeinsam mit dem UKGM an dem Projekt „PROGRESS“. Im Fokus des Projekts steht die Entwicklung eines digital- und KI-basierten, strukturierten Versorgungspfades. Die Patienten können so schneller an die passende Stelle im Gesundheitssystem verwiesen werden – für eine schnellere Diagnosestellung und passgenauere Versorgung. Im Projekt arbeiten Lungenfachärzte, Neurologen, Psychotherapeuten und Kardiologen zusammen, um die Entwicklung der digitalen Anwendung möglichst umfassend zu gestalten.
„Ich freue mich, dass wir in Marburg dazu beitragen können, Post-Covid Patienten zu helfen.“, sagt Nadine Bernshausen, Bürgermeisterin von Marburg. „Das Projekt könnte vielleicht auch als Blaupause für andere Krankheitsbilder dienen und beispielsweise im ländlichen Raum die Gesundheitsversorgung passend ergänzen.“
Das Projekt ist Teil eines Forschungsschwerpunkts des Bundesgesundheitsministeriums zur „Erforschung und Stärkung einer bedarfsgerechten Versorgung rund um die Langzeitfolgen von COVID-19“ und wird mit einem Umfang von 3,8 Millionen Euro gefördert. „Ein sehr spannender Ansatz, den ich hier kennenlernen durfte. Wir stehen in der Forschung noch ganz am Anfang. Daher ist es wichtig und richtig, dass hier viel Geld in die Hand genommen wird. Wie in jedem Bereich muss auch hier deutlich Bürokratie abgebaut werden – damit das Geld auch für Forschung und nicht nur für Verwaltung eingesetzt werden kann.“, schließt Kathrin Anders.